Fischer die nie mehr heimkamen

„Sind sie schon da, Mama? Kannst du schon was sehen?“ „Nein, Junge, noch nicht. Aber lange kann es nicht mehr dauern.“ Aber die Frauen und Kinder von Paesens Moddergat warteten vergebens. 17 Schiffe vergingen in jener Nacht vom 5. auf den 6. März 1883. 83 Fischer kamen dabei ums Leben. Das ganze Dorf war verzweifelt.

Eigentlich hätten sie gar nicht erst auslaufen dürfen, so früh im Jahr. Aber die Vorräte waren fast erschöpft, und ohne Fische gab es keine Einnahmen. Hinzu kam das augenscheinlich ruhige Frühlingswetter. So kam es, dass Anfang März 22 Schiffe den Hafen Richtung Meer verließen. Bereits in der zweiten Nacht wurde die Fischerflotte von Paesens Moddergat von einem der schwersten Frühjahrsstürme aller Zeiten heimgesucht. In den eiskalten Wellen des Meeres, nördlich der Westfriesischen Inseln, kamen 83 Fischer ums Leben. Der Jüngste war gerade einmal 12 Jahre alt, der Älteste 71. Das ganze Dorf weinte, denn es gab keine Familie, die nicht mindestens einen Toten zu beklagen hatte. Nur der 31-jährige Gerben Basteleur überlebte die Katastrophe

Sein Onkel Kornelis schien zunächst auch durchzukommen, aber leider musste Gerben mit ansehen, wie er vor Erschöpfung dennoch ertrank. Gerben wurde von den Bewohnern der Insel Schiermonnikoog mehr tot als lebendig am Strand gefunden. Kurze Zeit nach der Katastrophe fuhr Gerben übrigens wieder zur See. Denn schließlich musste Geld verdient werden. Und ausgerechnet er war es, dem beim Fischen die Leiche seines Bruders Jan ins Netz ging. Das verschwieg Gerben allerdings. Zumindest solange, bis der gesamte Fisch aus diesem Fang verkauft war. Denn das Dorf war auf die Einnahmen angewiesen.

Gegenüber von Museum ’t Fiskershúske auf dem Seedeich hat man den 83 Fischern, die im Sturm ums Leben kamen, ein Denkmal gesetzt.

Fiskerspaad 4-8a, Moddergat
Frühjahrsferien bis Herbstferien: Mo-Sa 10–17 Uhr
Juli und August: auch So 13–17 Uhr